Reviews

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Das Berner Oberland brennt! Electric Hellessence zünden ein Feuerwerk, dass einem Angst und Bange wird. Im 2004 gegründet und mit den verschiedensten Besetzungswechsel hat sich die Band bis heute stetig weiterentwickelt und veröffentlicht jetzt ihr zweites Album, nachdem man im Jahre 2010 das gelungene Album "Less Blood To Bleed" vorlegte. Punk über Heavy Metal bis Black Metal, so beschreiben uns Electric Hellessence ihren Sound. Das könnte man so unterschreiben, denn das Quartett kann man nicht wirklich in eine Schublade stecken. Einmal zackige Gitarren, dann wieder galoppierend oder stampfend. Die Abwechslung ist mit Sicherheit da bei der Gitarrenarbeit. Was mich ein wenig stört, ist die schwache Produktion des Albums. Vor allem das Schlagzeug kling ziemlich mager, da wäre mehr drin gelegen. Aber sonst gibt es nicht viel zu meckern. Das nächste Album wird den Weg der Thuner prägen, da bin ich mir sicher. Solide Sache.
Daniel J.
Punkte: 7.5 von 10

 

 

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Dass Entwicklung mitunter nicht nur sprunghaft wie die Evolution sondern auch launenhaft sein kann, haben die Thuner Metalheadz via Lineup-Wechsel nun zur Genüge erfahren. Gar dermassen genug, dass ihr viertes Album „Pray for Decay“ als offizieller Neuanfang gesehen werden darf und soll. In der Besetzung Martin Bucher (voc, bass), Patric Bürki, Simon Linder (git) und Bruno Kämpf (drum) haben Electric Hellessence dabei aus der Not eine Tugend gemacht und sich ob der neuen Begebenheiten – und auch Möglichkeiten – auch gleich etwas neu orientiert. Dass sie sich dabei stark auf ihre Verbundenheit zum Oldschool Heavy Metal der 80er Jahre zurück besinnt haben, rundet diese Renaissance irgendwie logisch ab. Dass sich Martin Bucher nicht primär als Sänger sondern als „Throat“ also „Kehle“ des Ganzen bezeichnet, trifft es dabei genauso wie die von der Band heraus gegebene Parole: „Roh, straight und ehrlich.“ Die Riffs rollen schwer und langsam und mit dem Gesang und der Attitüde erinnern Electric Hellessence 2013 ein bisschen an die Rollins Band. Mit „Back the Black“ markiert das Highlight der Scheibe so ziemlich die Mitte. Der Song lebt von wilden Leadgitarren, die ein bisschen an Manowars „Beast of the Bumblebee“ erinnern und sind eine nette Abwechslung in der sonst eher düsteren Landschaft. Im darauf folgende „My Fire Awakes“ liefern sich ein treibendes Riff und eingespielte Zitate so etwas wie einen kalten Krieg mit reichlich Dramatik. Und in „Wake up call for Attitude“ ist es das bisschen Punk, das mitschwingt und den Song erst richtig interessant macht. Electric Hellessence scheinen generell immer dann am besten, wenn sie ihre Fesseln zu sprengen beginnen. Weil das vornehmlich in der zweiten Hältte des Albums geschieht, braucht „Pray for Decay“ auch ein bisschen Anlaufzeit. Ist man mal warm geworden, dann läuft man aber auch gleich heiss damit.

 

 

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Die Thuner „Raclette“- Punk’n’Roll Combo bringt ihren 4. Longplayer in die Umlaufbahn. Die Jungs haben zwar einen neuen Axemann, genannt Pädu, aber die Songs wurden mehrheitlich noch mit dem „alten“ eingeprügelt. Die Band steht für punkigen Metal mit Thrash Attitüde. Auf den neuen Songs haben sie des Öfteren etwas Tempo weggenommen und riffen thrashiger daher. Die Bay Area lässt grüssen. Die alten Metallica oder auch Megadeth standen bei einigen Songs deutlich Pate auch was den Gesang angeht, roh, unverfälscht und grundehrlich, das ist ihre Mucke. Auch wenn sie schwerer und düsterer daher kommen, live zünden sie immer noch heftige  Action. Ein wirklich gelungenes Punk/Metal Album, das gut und flott nach vorne treibt und trotzdem recht eng gesteckten Rahmen einiges an Flexibilität zu bieten hat.9 Punkte. (André)